Perliteplatten werden verlegt

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Perlitedämmung: Alles übers Dämmen mit Perlite


Das Vulkangestein Perlite ist in vielen Produkten enthalten. Der Großteil entfällt auf die Perlitedämmung. Perlite ist vielseitig einsetzbar, feuersicher und als natürlich vorkommender Stoff ökologischer als synthetische Alternativen. Für welche Bereiche sich Perlite eignet, was ihr beachten müsst und wie viel die Dämmung kostet, lest ihr hier.

  1. Perlite als Dämmstoff
  2. Herstellung von Perlitedämmung
  3. Nachhaltigkeit von Perlitedämmung
  4. Wo ihr Perlitedämmung kaufen könnt
  5. Preis und Kosten von Perlitedämmung
  6. Vorteile und Nachteile von Perlite als Dämmstoff
  7. Fazit zur Perlitedämmung

Das Gestein Perlite (oder Perlit) kann zu vielen verschiedenen Zwecken eingesetzt werden. Perlite wird für die Herstellung von Deos oder Spezialzahnpasten verwendet, dient im Gartenbau als Substrat oder Zusatz zur Blumenerde und bei der Stahlherstellung als Schlackebinder. Das größte Einsatzgebiet des Gesteins ist jedoch in der Bauindustrie als Dämmstoff.

Ursprünglich stammt Perlite aus Vulkanen. Dort entsteht das Glasgestein Obsidian, wenn Lava mit einem Anteil von drei bis vier Prozent Wasser rasch abkühlt. Der Obsidian wird dann in Perlite umgewandelt, wobei sich das Glas bei Kontakt mit Wasser in mikroskopisch kleine Kristalle von Quarz, Cristobalit und Feldspat aufspaltet. Mit dem Fortschreiten der Umwandlung bildet sich lockeres Gestein. Die größten Perlite-Vorkommen in Europa gibt es auf der griechischen Insel Milos.

Kennzahl Perlitedämmung
Wärmeleitfähigkeit in W/(mK) 0,038 bis 0,070
Wasserdampfdiffusion 3
Baustoffklasse (Brandschutz) nach DIN 4102-1 und EN 13501-1 A1 oder A2 (DIN) und A1 oder A2-s1, d0 (EN)
Rohdichte in kg/m3 40 bis 90
spezifische Wärmekapazität in J/(kgK) 1.000
Kosten Platten: 20 bis 45 Euro pro m2, Schüttung: 100 bis 170 Euro pro m3

Perlite als Dämmstoff

Perlitegranulat
Perlite eignet sich auch unbearbeitet in seiner Rohform für viele Formen der Schütt- und Einblasdämmung.

Einsatzgebiete von Perlite als Dämmstoff

Das Einsatzgebiet von Perlite-Dämmstoffen ist groß.

  • Als Schüttdämmstoff ist Perlite sowohl als Rohstoff wie auch in der aufgeblähten Form gebräuchlich. Für die Kerndämmung in Fußböden und Geschossdecken kommt es mittels Einblas- oder Schüttdämmung zum Einsatz. Auch das Dach (Außendämmung, Zwischen- und Untersparrendämmung) und die Wände lassen sich mit Perlite dämmen.
  • Perlite gibt es nicht nur als losen Dämmstoff sondern auch als Platten. Diese eignen sich zur Innendämmung, zur Dämmung von Flachdächern und verschiedener Deckenkonstruktionen.
  • Perlitedämmung mit Zusatzstoffen wie Kunstharzen oder Silikon eignen sich auch zur Dämmung im feuchtekritischen Bereich (Perimeterdämmung).

Tipp: Weil Perlite eine geringe Rohdichte hat, hat der Dämmstoff kein hohes Eigengewicht. Auf die Statik des Hauses muss daher beim Einbau keine Rücksicht genommen werden.

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit von Perlite liegt zwischen 0,038 und 0,07 Watt pro Meter und Kelvin und ist somit im mittleren Bereich einzustufen. Die Wärmedämmwirkung ist bei den meisten nachwachsenden Rohstoffen größer.

Schallschutz

Perlite kann auch als Schallschutz eingesetzt werden. Besonders die Blähperlite dämmt Schall wegen der voluminösen Struktur gut.

Feuchteschutz

Perlite ist von Natur aus wasserabweisend. Um zu verhindern, dass der Dämmstoff dennoch Wasser aufnimmt, wird Perlite häufig zusätzlich mit Silikon, Bitumen oder Kunstharzen imprägniert

Brandschutz: Feuerfestes Vulkangestein

Ein großer Vorteil von Perlite ist seine Feuerfestigkeit. Perlite-Dämmstoffe werden nach DIN 4102-1 in die Baustoffklasse A1 (nichtbrennbar ohne brennbare Bestandteile) oder A2 (nicht brennbar mit brennbaren Bestandteilen) eingeordnet, nach EN 13501-1 in die Baustoffklassen A2-s1, d0 oder A1.

Für die mögliche Brennbarkeit sind die Stoffe verantwortlich, die Perlite beigegeben werden, um es vor Wasser zu schützen. Als Imprägnierstoffe dienen Silikon, Kunstharze oder Bitumen. Wenn diese Stoffe verbrennen, kann ein schädliches Gas entstehen.

Vulkan bricht aus
Perlite stammt ursprünglich aus Vulkanen – Hitze ist für den Baustoff also kein Problem. Das ist auch sein großer Vorteil: Er ist von Natur aus nicht brennbar und enthält – bleibt er ohne Zusatzstoffe – auch keine brennbaren Bestandteile.

Herstellung von Perlitedämmung

Perlite kann als Rohmaterial zu Dämmzwecken genutzt werden. Häufig werden jedoch die Gesteinskügelchen auf Temperaturen zwischen 800 und 1.000 Grad Celsius erhitzt und zum Glühen gebracht. Dann bläht sich das Perlite wie Popcorn auf und erreicht das 15- bis 20-fache seines ursprünglichen Volumens. Während des Aufblähens verdunstet das Wasser, das im Rohperlite enthalten ist. Es entsteht eine Kornstruktur. Wegen dem Aufbläh-Vorgang heißt dieser Werkstoff auch Blähperlite.

Der Blähperlite kommt wie auch das Rohmaterial in erster Linie als Schütt- oder Einblasdämmung zum Einsatz.

Außerdem werden aus Perlite Dämmplatten hergestellt, die eine mittlere Druckfestigkeit haben. Sie werden mit Bindemitteln wie Stärke, Zellulose- oder Mineralfasern gefertigt.

Nachhaltigkeit von Perlitedämmung

Die Ökobilanz von Perlite als Dämmstoff ist durchschnittlich. Zwar ist das Rohmaterial natürlichen Ursprungs, aber für den Transport müssen lange Wege zurückgelegt werden. Der Großteil des nach Deutschland importierten Gesteins stammt ursprünglich aus Griechenland. Außerdem ist die Herstellung des Dämmstoffs aufgrund der notwendigen hohen Temperaturen sehr energieintensiv.

Perlite ist von Natur aus wasserabweisend, resistent gegenüber Ungeziefer und Pilzbefall und unverrottbar. Außerdem müssen für den Brandschutz keine chemischen Stoffe zugegeben werden. In der Praxis werden Dämmstoffe aus Perlite oft mit Silikon, Kunstharzen oder Bitumen imprägniert.

Positiv für die Öko-Bilanz ist allerdings, dass Perlite als Dämmstoff sehr langlebig ist und problemlos wiederverwendet werden kann. Außerdem kann die Dämmung deponiert werden. Zudem gilt Perlite als gesundheitlich unbedenklich. Einem synthetischen Dämmstoff wie Polystyrol ist Perlite in jedem Fall aus ökologischer Sicht vorzuziehen.

Aus ökologischer Sicht ist besonders das reine, unbehandelte Perlite zu empfehlen.

Wo ihr Perlitedämmung kaufen könnt

Es gibt mehrere Hersteller von Perlitedämmung. Einer davon ist das Unternehmen Knauf, das auch andere Dämmprodukte herstellt. Die Produkte könnt ihr direkt über den Hersteller beziehen.

Auch das Unternehmen Fermacell bietet Perlite-Schüttungen an. Wo ihr die kaufen könnt, erfahrt ihr über die Händlersuche auf der Webseite.

Der Online-Shop Bausep bietet neben Produkten anderer Hersteller wie Knauf auch eigene Perlite-Produkte an, die ihr direkt im Netz bestellen könnt.

Preis und Kosten von Perlitedämmung

Perlitegranulat kostet zwischen 100 und 170 Euro pro Kubikmeter. Die Platten liegen zwischen 20 und 45 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen natürlich die Kosten für den Einbau.

Wer die Außenfassade des Gebäudes gemäß der Energieeinsparverordnung dämmen will, muss mit Perlite eine Dicke von 20 Zentimetern einrechnen, um auf den geforderten U-Wert von 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin zu kommen. Das ist dicker – und damit teurer – als bei vielen organischen Dämmstoffen. Grund dafür ist die vergleichsweise hohe Wärmeleitfähigkeit des Materials.

Perlitedämmstoffe von Knauf
Dämmstoffe aus Perlite gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Formen.

Vorteile und Nachteile von Perlite als Dämmstoff

Perlitedämmung hat viele Vorteile:

  • vielseitige Verwendbarkeit
  • nicht brennbar, Baustoffklasse A1/A2
  • gesundheitlich und ökologisch unbedenklich
  • Platten sind druckfest
  • recycelbar
  • natürlicher Dämmstoff

Doch ihr müsst auch einige Nachteile in Kauf nehmen:

  • sehr energieintensiv in der Herstellung
  • keine gute Wärmedämmung
  • Zusatzstoffe, die bei einem Brand giftige Gase erzeugen können

Fazit zur Perlitedämmung

Das Vulkangestein Perlite eignet sich für viele Bereiche. Besonders das unbehandelte Rohmaterial ist empfehlenswert, wenn ein hoher Brandschutz erreicht werden muss. Denn da kann kein organischer Dämmstoff mithalten. Was die Wärmedämmung angeht, ist Perlite jedoch nur im mittleren Bereich, hier schneiden viele organische Dämmstoffe wie Hanf, Zellulose oder Flachs besser ab. Ob sich Perlitedämmung für euch eignet, hängt stark von dem zu dämmendem Bereich ab. Aus Brandschutz- und ökologischer Sicht ist besonders das Rohperlite zu empfehlen.

Ihr wollt Perlite mit Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen kombinieren? Lest in unserem großen Vergleich der ökologischen Dämmstoffe, welches Material für euer Dämmprojekt am besten geeignet ist.

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