Hausschwamm hat Holzboden zerstört

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Hausschwamm erkennen & bekämpfen: Was wirklich gegen den Pilz hilft


Der Echte Hausschwamm ernährt sich zwar am liebsten von Holz, durchsetzt aber auch Mörtel und Putz. Oft vergehen Jahre, bis ein Befall erkannt wird – und oft ist es dann für das Holz schon zu spät. Hier unsere Tipps, wie ihr Hausschwamm erkennen, bekämpfen und einem Befall vorbeugen könnt.

  1. Hausschwamm erkennen: Was ist der Hausschwamm?
  2. Was macht der Hausschwamm?
  3. Hausschwamm erkennen: Welche Umgebung mag der Pilz?
  4. Wie lässt sich ein Hausschwamm-Befall erkennen?
  5. Hausschwamm bekämpfen: Was hilft gegen den holzzerstörenden Pilz?
  6. Hausschwamm bekämpfen: Was kostet eine Hausschwamm-Sanierung?
  7. Wie gesundheitsschädlich ist der Hausschwamm?
  8. Hausschwamm vorbeugen: So könnt ihr euch vor Befall schützen

Der Hausschwamm ist einer der gefürchtetsten Holzschädlinge. Der Pilz ernährt sich von Zellulose und zersetzt das befallene Holz so von innen. Oft wird ein Befall erst festgestellt, wenn die Zerstörung schon weit fortgeschritten ist. Wie ihr den Hausschwamm erkennen und bekämpfen könnt und wie ihr euch einfach vor einem Pilzbefall schützt, zeigen wir euch hier.

Hausschwamm erkennen: Was ist der Hausschwamm?

Der Hausschwamm (Serpula lacrymans) ist ein Pilz, der Holz zerstört. Er ist, neben dem Braunen Kellerschwamm, der für Gebäude schädlichste Pilz in unseren Breiten. Der Hausschwamm verursacht in Mitteleuropa rund 32 Prozent der pilzbedingten Gebäudeschäden.

Ihr erkennt den Hausschwamm an seinem charakteristischen rötlich-bräunlichen Fruchtkörper, an den sich ein scharf abgegrenzter weißer Rand und eine rotbraune Fruchtschicht setzen. Er hat außerdem ein weißes, durchscheinendes Luftmycel, was aber oft nur von Fachleuten erkannt wird. Wenn der Pilz großflächig wächst, dann scheidet er Flüssigkeitströpfchen, sogenannte Guttationströpfchen, aus – deshalb wird er auch Tränender Hausschwamm genannt.

Der Hausschwamm pflanzt sich über seine Sporen fort. Die werden durch Menschen, Tiere, Wind oder Regen transportiert und besiedeln ein Material, das aus Zellulose besteht. Ist das Holz feucht genug, setzt sich der Pilz fest und wächst über das Geflecht. Über eine räumlich begrenzte Stelle mit guten Feuchtigkeitsbedingungen kann sich der Hausschwamm auch in weniger feuchte Bereiche ausbreiten, weil er über sein Geflecht Wasser über weite Strecken transportieren kann.

Fruchkörper eines Hausschwamms
Der Hausschwamm ist mit seinem Fruchtkörper gut zu erkennen und von anderen Pilzen zu unterscheiden.

Was macht der Hausschwamm?

Der Hausschwamm zerstört Holz. Der Pilz breitet sich in den Holzporen aus und ernährt sich von Zellulose, Hemizellulose und Pektinen im Holz. Der Hausschwamm zersetzt das Holz so von innen. Das reduziert die Belastbarkeit von Holz auch häufig dann schon, wenn das Holz noch keinen großen Masseverlust erlitten hat.

Aber der Hausschwamm ernährt sich nicht nur von Holz. Er nimmt auch gebundenes Phosphat und Magnesium aus dem Putz oder dem Boden für seine Nährstoffversorgung. Außerdem wächst er auf anderen Materialien, die Zellulose enthalten, wie Papier oder Textilien.

Häufig bleiben der Hausschwamm und seine Ausbreitung für lange Zeit unentdeckt. Er kann sich unter Bodenbelägen oder hinter Wandverkleidungen breit machen und wird dann oft erst bei Bauarbeiten an Gebäuden erkannt. Wie schnell der Pilz das Holz zerstört, hängt von der Holzart ab. Ulme und Eiche werden nur sehr langsam abgebaut, schnell gelingt die Zerstörung dem Pilz aber bei Erle, Buche, Kiefer und Lärche. Welche anderen Holzschädlinge es noch gibt, lest ihr in diesem Artikel: Holzschädlinge: So erkennt und bekämpft ihr sie

Hausschwamm erkennen: Welche Umgebung mag der Pilz?

Um den Hausschwamm zu erkennen, müsst ihr wissen: Typisch für einen Pilz bevorzugt der Hausschwamm einen hohen Feuchtegehalt. Ab 25 Prozent Holzfeuchte kann er wachsen, am liebsten sind ihm 35 bis 60 Prozent. Der Hausschwamm wächst aber auch auf Textilien, Papier, Spanplatten und Pflanzenfasern – so lange diese ausreichend feucht sind. Dort kann er sich auch mit Zellulose versorgen.

Die optimale Temperatur für den Pilz liegt zwischen 18 und 22 Grad. Wenn die Temperaturen über 26 Grad steigen, dann wächst der Pilz nicht weiter. Allerdings kann er im vertrockneten Zustand gut zehn Jahre überdauern und mit dem Wachstum wieder loslegen, wenn die Bedingungen für ihn günstig sind.

Der Pilz ist auch deshalb so gefährlich für Gebäude, weil er auch anorganisches Material durchdringen und überwachsen kann – und daraus Nährstoffe zieht. Das können:

  • Putz,
  • Mauerwerk,
  • Schüttungen oder
  • Bodenbeläge

sein. In bewohnten Gebäuden ist der Feuchtegehalt des Holzes in der Regel zu gering, um dem Hausschwamm optimale Bedingungen zu bescheren. Nur, wenn es dort aufgrund baulicher Mängel zu Kältebrücken und Kondenswasserbildung kommt, besteht ein Hausschwamm-Risiko. Häufig ist der Hauschwamm in feuchten Kellern und Erdgeschossen, in undichten oder nicht beheizten Gebäuden sowie in Häusern mit Baumängeln zu finden.

Wie lässt sich ein Hausschwamm-Befall erkennen?

Ein großes Problem des Hausschwamms: Oft wird der Befall erst erkannt, wenn er schon massive Schäden verursacht hat. Befallenes Holz weist meist eine intensive Braunfäule auf, weil der Pilz sich von den hellen Bestandteilen des Holzes, der Zellulose, ernährt. Zurückbleiben die dunkleren Bestandteile, weshalb man von Braunfäule spricht.

Außerdem zerfällt das Holz würfelartig und bildet längs und quer zur Faser Risse. Es lässt sich dann auch ganz leicht mit dem Finger eindrücken und zerfällt im Endstadium sogar zu Pulver.

Wenn ihr den Pilz seht, dann ist das natürlich auch ein Zeichen für einen Hausschwamm-Befall. Die Fruchtkörper wachsen oft sichtbar am Holz und sind durch ihren scharf abgegrenzten Rand zu erkennen. Wenn der Pilz optimale Bedingungen – die richtige Temperatur, eine hohe Luftfeuchtigkeit und geringe Luftzirkulation – hat, kann er sehr voluminös und groß werden. Bis ihr den Pilz allerdings auf Oberflächen wahrnehmt, kann es sein, dass er jahrelang in Hohlräumen gewachsen ist.

Wenn ihr den Pilz findet, lässt er sich aufgrund seines typischen Äußeren in der Regel recht einfach als Hausschwamm identifizieren. Wenn ihr euch unsicher seid, kann eine molekular-biologische Untersuchung (DNA-Analyse) im Labor Klarheit schaffen.

Hier einige Bilder, um auch als Laie den Befall mit Hausschwamm zu erkennen. So sieht mit dem Echten Hausschwamm befallenes Holz aus:

  • Holzschwamm erkennen: Durch Echten Hausschwamm geschaedigter Balkenkopf
  • Myzel des Echten Hausschwamms an einem Balkenkopf
  • Holzschwamm erkennen: Myzel des Echten Hausschwamms im Mauerwerk
  • Holzschwamm erkennen: Myzel des Echten Hausschwamms auf einem Stahlträger
  • Holzschwamm erkennen: Holz von Hausschwamm zerfressen

Neben Serpula lacrymans kommen auch andere Schwämme im Haus vor:

  • der Braune Kellerschwamm oder Braune Warzenschwamm (Coniophora puteana)
  • der Weiße Porenschwamm (Fibroporia vailantii, Antrodia sinuosa, Poria placenta)

Hausschwamm bekämpfen: Was hilft gegen den holzzerstörenden Pilz?

Wie ein Hausschwamm bekämpft werden muss, ist in Deutschland in der DIN 68800-4 festgelegt. Der Hausschwamm ist der am schwersten zu bekämpfende holzzerstörende Pilz. Besonders tückisch für die Sanierung ist, dass der Pilz auch im trockenen Zustand lange überleben kann. Eine Sanierung ist in jedem Fall sehr umfangreich und aufwendig.

Hausschwamm bekämpfen: Ausmaß des Befalls feststellen

Zunächst einmal sollte ein Gutachter oder Sachverständiger prüfen, wie weit sich der Pilz schon ausgebreitet hat und wie groß der Schaden ist. Nach einer optischen Einschätzung nehmen Experten zum Beispiel Schwing- und Hammerproben, messen Bohrwiderstände, bestimmen die Materialfeuchte oder führen endoskopische Untersuchungen durch. Häufig muss dafür das befallene Holz komplett freigelegt werden.

Außerdem untersuchen Experten auch angrenzendes Material auf einen Hausschwamm-Befall. Dazu gehören Mörtel, das Mauerwerk oder auch angrenzendes Holz. Wichtig ist das Gutachten vom Experten auch deshalb, weil er euch sagen kann, ob sich eine Sanierung überhaupt noch lohnt. Bei einem sehr fortgeschrittenen Hausschwamm-Befall kann es sinnvoller sein, das komplette Haus abzureißen oder die gesamte Holzkonstruktion auszutauschen.

In Thüringen, Hessen, Saarland, Hamburg und Sachsen ist ein Befall mit dem Hausschwamm sogar bei der Bauaufsichtsbehörde zu melden. In Sachsen verpflichtet euch die Bauordnung sogar, ein Fachunternehmen mit der sofortigen Bekämpfung zu beauftragen. Der Befall mit Hausschwamm wird in der Bauordnung als schwerer Baumangel klassifiziert. Solltet ihr ihn nach einem Hauskauf feststellen, könnt ihr vom Vertrag zurücktreten. Hier noch weitere Tipps, was ihr beim Kauf eines alten Hauses beachten solltet: Altes Haus kaufen: Achtung, Baumängel!

Hausschwamm bekämpfen: Schritte nach der DIN 68800-4

Die Norm schreibt sehr klar vor, was im Falle eines Hausschwamm-Befalls zu tun ist:

  • Ursache der erhöhten Feuchtigkeit feststellen und beseitigen.
  • Sichtbarer Befall muss mit einem Sicherheitsabstand von einem Meter entfernt werden.
  • Putz vom Mauerwerk und losen Mörtel abklopfen, Reste durch Abflammen entfernen.
  • Kleine Holzreste wie Dübel entfernen.
  • Verdeckte Konstruktionen und Balken freilegen, wenn der Experte einen Befall vermutet.
  • Schüttungen, die befallen sind, müssen einschließlich eines Sicherheitsabstands von 1,5 Metern beseitigt werden.
  • Befallenes Material muss fachgerecht entsorgt werden.
  • Nach der Sanierung muss der Bereich komplett durchgetrocknet werden.

Hausschwamm bekämpfen: Biozidbehandlung gegen den Hausschwamm

Klassisch wird der Hausschwamm mit Bioziden bekämpft. So wird zum Beispiel ein Schwammsperrmittel über Bohrlöcher ins Mauerwerk eingebracht. Häufig sind Borate die Grundlage für diese Mittel. Sie dienen auch zur Vorbeugung gegen den Pilzbefall. Wichtig ist, dass die verwendeten Mittel eine Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) oder eine Biozidproduktzulassung haben. Außerdem müsst ihr Gebäude, die mit solchen Mitteln behandelt wurden, kennzeichnen.

Schwammsperrmittel beseitigen die Pilze zwar zuverlässig, sind jedoch keineswegs unbedenklich. Besonders von einer großflächigen Behandlung mit diesen Mitteln ist daher abzuraten. Sie dürfen ohnehin nur in den Bereichen eingesetzt werden, in denen der Hausschwamm nicht auf eine andere Art beseitigt werden kann.

Für tragende Bauteile ist eine chemische Behandlung vorgeschrieben.

Hausschwamm bekämpfen: Heißluftverfahren

Seit der Überarbeitung der DIN 68800-4 im Jahr 2012 ist bei der Hausschwamm-Bekämpfung auch das Heißluftverfahren möglich. Hierbei wird das Haus oder der befallene Bereich möglichst dicht in eine Plastikfolie gepackt. Mit einem Gerät wird dann von außen heiße Luft hineingeblasen. So entstehen Temperaturen von mindestens 50 Grad, wodurch der Pilz stirbt. Das Holz sollte für eine wirksame Behandlung im Querschnitt überall eine Stunde auf mindestens 55 Grad aufgeheizt werden. Die ganze Behandlung dauert zwischen vier und zehn Stunden pro Raum.

Wenn nicht alle befallenen Holzteile ersetzt oder mittels Heißluftverfahren erreicht werden können, dann muss stellenweise mit chemischen Holzschutzmitteln nachbehandelt werden.

Hausschwamm bekämpfen: Was kostet eine Hausschwamm-Sanierung?

Je nach der Art des Befalls und der Größe des Pilzes sind auch die Kosten für eine Sanierung einzuplanen. Zwischen 10.000 Euro und 40.000 Euro müsst ihr aber rechnen. Alleine die endoskopische Untersuchung schlägt mit rund 2.000 Euro zu Buche. Die Kosten trägt aber unter Umständen eure Gebäudeversicherung. Lasst euch aber in jedem Fall einen Kostenvoranschlag von einem Experten geben. Dafür müsst ihr zwar auch etwas zahlen. Eine fachliche Begutachtung hilft euch aber im Zweifelsfall später, bei der Sanierung Geld zu sparen.

Wie gesundheitsschädlich ist der Hausschwamm?

Der Hausschwamm schädigt das Material. Weil das zum Einsturz von Häusern führen kann, ist er natürlich auch für Leib und Leben gefährlich. An sich schädigt er aber die Gesundheit von Mensch und Tier nicht.

Einige Menschen sind allerdings gegen den Pilz allergisch. Kopfschmerzen und Übelkeit werden teilweise mit ihm in Verbindung gebracht. Außerdem bietet der Hausschwamm einen optimalen Nährboden für Schimmelpilze – und die sind bekanntermaßen alles andere als gesundheitsförderlich.

Hausschwamm vorbeugen: So könnt ihr euch vor Befall schützen

Am günstigsten und effektivsten ist es natürlich, wenn ihr es gar nicht zu einem Hausschwamm-Befall kommen lasst. Das funktioniert am einfachsten, wenn ihr dem Pilz die Bedingungen, die er zum Wachsen braucht, unattraktiv gestaltet. So sollten Kältebrücken bei Neubauten vermieden, Schäden an der Bausubstanz sofort behoben und nach einem Wasserschaden alle Räume getrocknet werden. Die regelmäßige Wartung von Gebäuden, auch von Regen- und Dachrinnen, hilft auch, dem Pilz vorzubeugen.

Schon beim Bau solltet ihr nur gut getrocknetes Holz verwenden, das im Vorfeld auf einen möglichen Pilzbefall untersucht wurde. Außerdem solltet ihr darauf verzichten, feuchtes Holz oder Papier in einem schlecht gelüfteten Keller zu lagern.

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