Frau schaut auf ein Schreiben aus einem Briefumschlag, Mann sitzt im HIntergrund.
© Getty Images/iStockphoto/Hispanolistic

Bauen | Ratgeber

Hauskredit trotz Schufa-Eintrag – geht das?

Sandra Hermes

Sandra Hermes

Ein negativer Schufa-Score erschwert die Baufinanzierung. Gut informiert habt ihr aber die Chance, einen Hauskredit trotz Schufa-Eintrag zu bekommen. Wie das geht, das erfahrt ihr hier.

Die Schufa speichert Daten von 80 Prozent der Bevölkerung. Bei jedem neuen Handyvertrag oder einem Ratenkauf kommen neue Einträge hinzu. Solange ihr pünktlich zahlt, sind diese aber positiv. Ein negativer Eintrag entsteht erst, wenn ihr nach mehrfacher Mahnung eure Schulden nicht begleicht. Damit sinkt euer Schufa-Score. Wollt ihr einen Hausbau oder Hauskauf finanzieren, erfährt auch eure Bank von einem negativen Schufa-Score. Damit sinken zwar die Chancen auf ein Darlehen, ein Hauskredit trotz negativem Schufa-Eintrag ist aber trotzdem möglich. Wir erklären euch die Einzelheiten.

Was hat die Schufa mit einem Baukredit zu tun?

Die Schufa Holding AG (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine Wirtschaftsauskunftei, die kreditrelevante Informationen über Privatleute und Unternehmen sammelt. Wenn ihr einen Kredit abschließen wollt, wird der Kreditgeber sich bei der Schufa nach eurer Bonität (Zahlungsfähigkeit) erkundigen.

Eure Kreditwürdigkeit wird im sogenannten Schufa-Score dargestellt. Ein hoher Score bedeutet eine gute, ein niedriger Score eine schlechte Bonität. Auf dieser Grundlage kann der Kreditgeber einschätzen, wie hoch das Risiko ist, euch einen Kredit zu gewähren oder mit euch in eine andere geschäftliche Beziehung zu treten (Stichwort Ausfallrisiko).

Baukredite gehören zu den größten Darlehen, die Privatleute in ihrem Leben aufnehmen. Kein Wunder, dass eure Bank ganz genau wissen möchte, wie gut ihre Chancen stehen, dass ihr das Geld pünktlich Monat für Monat zurückzahlt. Vor allem dann, wenn ihr einen Hauskredit trotz Schufa-Eintrag beantragen wollt.

Aber die Sicherheit der Banken ist nur die eine Seite der Medaille. Denn die oft so gefürchtete Schufa-Auskunft soll auch euch als Verbraucher schützen. Und zwar vor einer zu hohen monatlichen Belastung, die euch in die Schuldenfalle treiben könnte. Das ist auch der Grund, warum die Banken nach dem deutschen Kreditwesengesetz verpflichtet sind, vor der Zusage eines Baukredits eine Bonitätsprüfung zu machen. Dies geschieht in der Regel auch über eine Schufa-Auskunft.

Euer Schufa-Score kann also maßgeblich die Entscheidung eines Kreditgebers beeinflussen, ob er euch einen Baukredit gewährt, ob er ihn euch nur zu schlechteren Konditionen gibt, um das Ausfallrisiko zu kompensieren, oder ob er euch keinen anbietet.

Allerdings ist die Schufa-Auskunft nicht die einzige Basis für die Kreditzu- oder -absage. Auch euer Einkommen, eure Vermögensverhältnisse, die Höhe des Kredits und die Laufzeit beeinflussen die Entscheidung eurer Bank. Je nach Fall kann es also dazu kommen, dass ihr trotz gutem Schufa-Score keinen Baukredit bekommt oder ihr trotz (eher unbedeutender) negativer Schufa-Einträge eine Zusage erhaltet.

Welche Daten speichert die Schufa?

Die Schufa speichert diverse Vertragsdaten. Dem habt ihr beim Abschluss dieser Verträge zugestimmt (Schufa-Klausel). Dazu gehören zum Beispiel:

  • Abschluss eines Mobilfunkvertrags
  • Abschluss eines Kreditvertrags
  • ein Kaufvertrag bei einem Onlinehändler
  • die Eröffnung eines Girokontos
  • Bürgschaften
  • oder ein Leasingvertrag

Eure Vertragspartner (Banken, Mobilfunkanbieter, Kaufhäuser etc.) arbeiten mit der Schufa zusammen und geben die Daten an sie weiter. Das ist in den meisten Fällen auch kein Problem für euch, denn wenn ihr euren Dispo nicht überzieht, ihr eure Amazon-Rechnungen bezahlt und die Kreditraten für euer Auto pünktlich begleicht, hat die Schufa zwar Daten über euch gespeichert, aber keine, die sich für euch negativ auswirken. Das geschieht nur dann, wenn ihr euren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Ein dickes Minus auf dem Konto, nicht beglichene Rechnungen, Mahnverfahren, von der Bank gekündigte Kredite oder gar ein Vollstreckungsbescheid führen zu negativen Schufa-Einträgen und verschlechtern euren individuellen Score und damit auch die Chancen auf einen Hauskredit.

Für eine Immobilienfinanzierung können sich aber auch nicht negative Schufa-Einträge ungünstig auswirken. Das ist dann der Fall, wenn ihr schon eine ganze Reihe laufender Kredite habt und eure Bank befürchtet, dass ein zusätzlicher Baukredit eine zu große Belastung darstellt.

Übrigens: Informationen zu Kontoständen, Einkommens- und Vermögensverhältnissen, Konfession, Familienstand, Beruf, persönlichem Einkaufsverhalten und eurer Nationalität werden von der Schufa nicht gesammelt. Außerdem speichert die Schufa ausschließlich Daten von ihren Vertragspartnern. Informationen zu Privatkrediten, Unterhaltsforderungen und Ähnliches tauchen in eurem Schufa-Score nicht auf. Bei der Gewährung eines Hauskredits spielen diese Daten also keine Rolle.

Hauskredit trotz Schufa-Eintrag: Mann schaut mit sorgenvollem Gesicht auf ein Schreiben.
Überraschung beim Schufa-Score? Wer einen Baukredit beantragt, der sollte sich vorher unbedingt eine Eigenauskunft bei der Schufa holen. © Getty Images/iStockphoto/Hispanolistic

Was tun nach einer Kreditabsage wegen Schufa-Eintrag?

Liegt eine Privatinsolvenz vor oder seid ihr mit einer Reihe von Zahlungen im Verzug, wird euch eine Kreditabsage vermutlich nicht überraschen. Allerdings kommt es auch immer wieder zu Absagen aufgrund negativer Schufa-Einträge, mit denen die Antragsteller nicht gerechnet haben.

Häufig handelt es sich um veraltete und manchmal auch unrechtmäßige Einträge, die zum negativen Schufa-Score geführt haben. Um zu verhindern, dass Bagatelleinträge euren Hauskredit platzen lassen, könnt ihr selbst aktiv werden. Fordert eine Auskunft bei der Schufa an und überprüft die Einträge selbst. Oft können Missverständnisse relativ einfach aus dem Weg geräumt und fehlerhafte Daten gelöscht werden.

Einen Antrag auf Auskunft könnt ihr bei der Schufa online stellen. Dazu braucht ihr die Kopie eines Ausweisdokuments (zum Beispiel Personalausweis) als Datei.

Achtung: Einmal pro Jahr habt ihr das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft. Dieser Service verbirgt sich hinter der Bezeichnung "Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)". Stellt sicher, dass ihr diese Variante auswählt, alle anderen Auskünfte sind nämlich kostenpflichtig.

Habt ihr den Kreditantrag bei eurer Hausbank gestellt, ist ein persönliches Gespräch natürlich sinnvoll. Vielleicht war der negative Schufa-Score auch gar nicht der einzige Grund für die Kreditabsage. Letztlich liegt die Entscheidung über eure Kreditwürdigkeit immer auch im Ermessen der Bank, Schufa-Score hin oder her.

Ist ein Hauskredit trotz negativem Schufa-Eintrag möglich?

Es ist durchaus möglich, trotz negativem Schufa-Score eine Baufinanzierung zu bekommen. Die Kreditgeber haben in der Vergangenheit schon häufig die Erfahrung gemacht, dass die Einträge nicht immer zu Recht ein schlechtes Licht auf den Antragsteller werfen.

Neben Bagatelleinträgen aufgrund versehentlich übersehener Rechnungen passiert es Eltern auch schon mal, dass der Nachwuchs auf ihren Namen einen Handyvertrag abschließt oder unbemerkt online etwas auf Rechnung ordert. Tauchen die Unterlagen dann irgendwann im Kinderzimmer auf, wurde die Negativauskunft aufgrund mehrfacher Mahnungen schon an die Schufa übermittelt und euer Score ist unbemerkt gesunken.

Ein Check der eigenen Schufa-Daten ist daher unbedingt sinnvoll. Und zwar bevor der Kreditantrag gestellt wird. Oft können die Einträge korrigiert werden. Ist das Kind schon in den Brunnen gefallen, wendet ihr euch am besten an euren Bankberater und sucht das Gespräch. Die Bewertung eurer gesamten wirtschaftlichen Situation wiegt meistens mehr als ein negativer Schufa-Score.

Einen Hauskredit trotz negativem Schufa-Eintrag könnt ihr auch über eine Bürgschaft bekommen. Ist eure Bonität tatsächlich nicht gut, kann ein Dritter als Bürge einspringen und so das Risiko der Bank reduzieren. Häufig übernehmen Familienmitglieder wie Eltern oder Großeltern diese Rolle, um ihrem Nachwuchs bei der Finanzierung seines Traumhauses zu unterstützen. Manchmal reicht es auch schon, wenn der Ehepartner den Kreditvertrag mitunterschreibt.

Auch durch einen hohen Eigenkapitalanteil kann eine negative Schufa-Bewertung ausgeglichen werden.

Weitere Voraussetzungen für einen Hauskredit trotz Schufa-Eintrag sind:

  • Wohnsitz in Deutschland
  • Deutsches Bankkonto
  • ausreichendes, regelmäßiges Einkommen
  • Weitere Sicherheiten (andere Immobilien, Autos etc.)

Zusätzlich müsst ihr damit rechnen, dass die Bank ihr größeres Risiko durch höhere Zinsen und geringere Laufzeiten ausgleichen möchte. Hier lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich mehrerer Kreditgeber. Habt ihr kein Eigenkapital, aber einen negativen Schufa-Eintrag, dann sieht es leider schlecht aus mit eurer Baufinanzierung.

Gibt es auch Banken, die sofort Hauskredite trotz Schufa-Eintrag vergeben?

Auf der Suche nach "Kredit ohne Schufa" oder nach sogenannten "schufa-freien Krediten" findet ihr im Netz durchaus eine Reihe von Treffern. Die Anbieter vermitteln oft Kredite bei Banken im Ausland (Schweiz, Österreich, Frankreich oder den Niederlanden), da deutsche Banken gesetzlich verpflichtet sind, eine Bonitätsprüfung durchzuführen.

Vorsicht bei Anbietern von Hauskrediten trotz Schufa-Eintrags – darunter sind auch viele schwarze Schafe! Daran erkennt ihr sie:

  • Kostenpflichtige Kontaktaufnahme über teure Hotlines.
  • Schon der Vergleich der Kosten und die Vermittlung eines Kreditangebots sind kostenpflichtig.
  • Kostenpflichtiger Versand der Kreditunterlagen (oft per Nachnahme).
  • Angebot einer kostenpflichtigen Insolvenzberatung (oft, ohne dazu berechtigt oder qualifiziert zu sein).

Aber auch seriöse Anbieter werden versuchen, eure fehlende Bonität durch höhere Zinsen, kurze Kreditlaufzeiten und Bearbeitungsgebühren auszugleichen. Macht euch klar, dass es eher unwahrscheinlich ist, einen wirklich günstigen "schufa-freien" Kredit zu bekommen.

Bevor ihr euer Leben lang einen überteuerten Kredit abbezahlt, ist vielleicht eher ein Privatkredit eine Alternative. Vielleicht würden eure Eltern oder Großeltern euch unterstützen und nicht nur als Bürge einspringen, sondern euch das Geld für euren Hausbau leihen. Zugegeben, die meisten Hauskäufer werden nicht das Glück haben, dass diese Variante für sie infrage kommt.

Anschlussfinanzierung: Auch mit negativem Schufa-Score möglich?

Auch bei einer Anschlussfinanzierung kann ein negativer Schufa-Eintrag zu einem Problem werden. Auch hier hilft oft das persönliche Gespräch. Ihr habt bisher alle Raten eures auslaufenden Kredits pünktlich gezahlt? Prima, dann ist das ein gutes Argument für euren Bankberater, euch dennoch einen Anschlusskredit anzubieten.

Da die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren massiv gestiegen sind, ist es außerdem wahrscheinlich, dass euer Haus mehr wert ist als beim Kauf. Wenn eine neue Bewertung zu diesem Ergebnis kommt, könnt ihr der Bank so eine höhere Sicherheit bieten. Außerdem ist es wichtig, schon vor dem Auslaufen des Kredits den eigenen Schufa-Score zu checken. So könnt ihr euch besser vorbereiten und fehlerhafte Einträge rechtzeitig löschen lassen.

Hauskredit trotz Schufa-Eintrag: So verbessert ihr euren Schufa-Score

Ganz gleich, ob es um einen ersten Hauskredit oder eine Anschlussfinanzierung geht: Es ist wichtig zu wissen, welche Daten die Schufa über euch gespeichert hat. Als Verbraucher habt ihr wie gesagt das Recht, einmal jährlich eine kostenlose Schufa-Auskunft zu bekommen (nach § 15, DSGVO).

Stellt ihr dabei fest, dass dort Daten gespeichert sind, die nicht stimmen oder veraltet sind, könnt ihr eine Löschung oder Korrektur beantragen. Das geht in der Regel sehr schnell. So kommt es gar nicht erst dazu, dass eine Bank euch eine schlechte Bonität bescheinigt. Und sollte ein negativer Eintrag doch richtig sein, seid ihr besser vorbereitet und fallt im Gespräch mit eurem Bankberater nicht aus allen Wolken.

Das wird dich auch interessieren